Das Jugendparlament- Was ist das?
Kann man das essen?
Wenn Leute das Wort ,,Jugendparlament“ hören, denken viele eigentlich gar nichts oder sie stellen sich lediglich einen Zusammenschluss aus Jugendlichen vor, die allesamt Streber sind - ohne Freunde oder nennenswerte Hobbys - sodass sie sich mit langweiligen Politikkram beschäftigen müssen.
Das ist aber ganz anders!
Das Laatzener Jugendparlament ist nicht irgendein Zusammenschluss, es existiert schon seit 1997 und ist damit das älteste Jugendparlament der Region Hannover.
Es ist auch nicht „bloß ein Zusammenschluss hobbyloser Jugendlichen“, nein, es ist die Vertretung aller in Laatzen lebenden Kinder und Jugendlichen und wird alle zwei Jahre gewählt. Wahlberechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren, die in Laatzen wohnen.
Das Jugendparlament wählt dann aus seinem Kreis eine Jugendbürgermeisterin und einen Jugendbürgermeister und ist mit je einer beratenden Stimme in fast allen politischen Gremien der Stadt Laatzen vertreten. Es hat sogar ein eigenes Budget (2009 waren es 4000 Euro) mit denen es z.B. Umgestaltungsmaßnahmen finanzieren kann.
Es besteht aus 17 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren und vertritt ihre Interessen gegenüber dem Stadtrat und der Stadtverwaltung, egal ob es sich um Angelegenheiten der Schulen, der Verkehrssituation, der Umwelt, des Sports oder des Freizeitangebotes handelt.
In regelmäßigen Abständen (ca. 8 mal im Jahr) finden öffentliche Sitzungen des Jugendparlaments in den Sitzungsräumen des Rathauses statt. Alle Jugendlichen sind herzlich dazu eingeladen, um hier ihre Wünsche und Ideen zu äußern, es gibt aber auch Briefkästen an den Schulen in Laatzen, die regelmäßig entleert werden. Kinder und Jugendliche, die Ideen und Vorschläge zur Verbesserung ihrer Situation in Laatzen (z.b. Spielplätze, Schulen, Verkehr) haben, können diese aber natürlich auch an die einzelnen Jugendparlamentarier persönlich weitergeben. Die Sitzungen werden in den Schulen, im Internet und in den örtlichen Zeitungen angekündigt.
Mittlerweile gibt es schon das 7. Jugendparlament, dass sich aus 17 Mitgliedern im Alter von 14 bis18 Jahren und dem Sozialpädagogen/Jugendpfleger Stefan Sievers zusammensetzt.
In den vergangenen 12 Jahren hat das Jugendparlament schon viel erreicht, zum Beispiel längere Öffnungszeiten der Bücherei, die Ausgabe von Hundekotbeuteln und die Einrichtung der Jugendplätze. Außerdem organisieren die Parlamentarier jährlich die Erich-Feten, helfen bei den Dorferkundungsprojekten und leiten Diskussionsrunden, die Themen wie Migration, demnächst aber auch Bildung und Alkohol unter dem Motto „Abi ab 16, Alkohol ab 18?!“ auf den Tisch bringen.
Die nächsten Ziele sind zum Beispiel die Verbesserung des Politikunterrichts an den Schulen (für dieses Thema hat sich auch schon das 6. Jugendparlament stark gemacht und einen Brief an die damalige Kultusministerin Heister-Neumann verfasst, der zwar zur Kenntnis genommen wurde, allerdings leider keine weiteren Verbesserungen mit sich brachte) und eine bessere Bahn/Busverbindung von Gleidingen und Ingeln-Oesselse.
Wenn ihr Lust bekommen oder Wünsche und Anregungen habt, dann werft eure Ideen in die Briefkästen die in den Schulen aushängen oder besucht doch einfach mal eine Sitzung!